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Sylvesterlied von Karl Henckell

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     Dichter . G/K . Karl Henckell


Sylvesterlied

Ich hebe mein Champagnerglas -
Wie prächtig schäumt und schimmert das! -
Mit grüßendem Begehr.

Ich bring' es unsrer Freiheit Tag,
daß sie in Blüten kommen mag
mit lichtumlohtem Speer.

Ich trink' es auf der Stunde Gunst,
daß uns die Kunst, die edle Kunst,
mit leisem Zauber feit . . .

Daß sich, wen Not und Sorge drückt,
aufatmend regt, wer tiefgebückt
im harten Joch der Zeit.

Ich leer' es unsrer Liebe Huld
mit sehnsuchtschwerer Ungeduld,
daß, Myrtengrün im Haar,

sie treu uns führe Hand in Hand
durch unsrer Wünsche Frühlingsland
zum lodernden Altar:

Wo Seele sich in Seele senkt,
wo von Jasminduft mild getränkt
dein Haupt sich glutschön neigt,

indeß ein freies Hochzeitslied
aus Kampf und Flammen in's Gebiet
der blauen Lichtwelt steigt.









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Gedicht, Silvester: "Sylvesterlied" von Karl Henckell